Arbeitslos? Sie Arbeitsloser? Arbeitslosigkeit was nun? Ganz einfach: werden Sie ein Star! Keine Vorkenntnis nötig! Melden Sie sich noch heute! Arbeiten Sie nie mehr und stürmen Sie die Charts!
 
      Saumagen präsentiert die ARBEITSLOSEN-HITPARADE: die besten, die erfolgreichsten Arbeitslosen des Jahres, die brandheissen Top Zwanzig! Schreiben Sie Ihrem Idol, und bewundern Sie die Arbeitslosen-Reliquien.  
       

     
VIKTOR, 70. "Ich habe keinen einzigen Tag in meinem Leben gearbeitet," sagt Viktor und beobachtet genüsslich die Wirkung seiner Worte auf sein Gegenüber. Nie gearbeitet? Das kann nicht sein! Wirklich gar gar nie, Viktor? Sofort durchwühlt er seine Tasche und weist eine Beglaubigung vor, ausgestellt von seinem Freund Werner Mathis. Okay, was aber hast du mit deinem Leben gemacht? Täglich die Kollegen getroffen, diskutiert, Karten gespielt, den Liebschaften nachgegangen. "Wenn ich nochmals 20 wäre, würde ich es wieder genau gleich machen", versichert Viktor, zwinkert uns zu, wirft einen Blick auf die Uhr, und zieht von dannen, da eine wichtige Verabredung auf ihn warte.
 
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KATJA, 36. Als sie wegen eines Unfalls drei Wochen lang nicht arbeiten konnte, realisierte Katja, dass ihr abendliches Sodbrennen plötzlich verschwunden war. Dies war der Anfang eines Bewusstseinsprozesses, dessen vorläufiger Höhepunkt ihr Buch "Gesünder leben ohne Arbeit" ist, das im Herbst erscheinen wird. "Wenn alle nur halb soviel arbeiten würden, gäbe es viel weniger Kranke und sogar viel weniger Krankheiten. Das Gesundheitssystem wäre mit einen Schlag saniert", ist Katja überzeugt.
 
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MARTIN, 53. Martin würde sehr gerne arbeiten, hat aber leider keine Zeit dafür. Sein Leben ist schlicht zu intensiv und nimmt ihn voll in Anspruch. Am Morgen muss er aufstehen, die Zeitung lesen und die Post erledigen. Es gibt immer etwas zu tun für die Bank, die Versicherung oder die Behörde. Ausserdem muss er seine Wohnung in Schwung halten. Immer wieder steht auch ein Extra an: so will nun etwa sein Kellerabteil umgeräumt sein, und die Vorbereitungen für diese Aktion beschäftigen ihn gegenwärtig täglich. Dazu gilt es das soziale Netz und die Beziehungen zu pflegen, insbesondere natürlich jene zu seiner Freundin Dorothee. Im weiteren hat Martin einen Hund, Chico, der viel Aufmerksamkeit braucht und nicht gern alleine ist.
 
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KATRIN, 38. Katrin hatte drei längere Arbeitsverhältnisse - jedes war eine Enttäuschung. Der erste Arbeitgeber wurde ihrer nach zwei Jahren überdrüssig und entliess sie, der zweite ging Konkurs, ohne dass er je ein Wort gesagt hätte, und der dritte betrog die ganze Belegschaft und verschwand dann mit einem grossen Teil des Betriebskapitals auf Nimmerwiedersehen. "Lieber ohne Arbeitsverhältnis leben!", sagte sich Katrin da. Die ständigen Enttäuschungen und Verletzungen wollte sie nicht mehr. Heute hat sie sich vom Erwerbsleben zurückgezogen. "Ich bin viel ausgeglichener und zufriedener geworden", stellt sie fest.
 
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MARIA, 33. Maria ist ganz auf die Liebe eingestellt. "Mein Leben ist ganz der Liebe gewidmet. Sie ist das wichtigste im Leben. Ich lebe für die Liebe", erklärt sie. Arbeit? Arbeit könne sinnvoll sein, aber auch vom Wesentlichen ablenken, meint Maria, und ausserdem: "Wenn die Liebe da ist, kommt alles andere ganz von selbst".
 
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NORBERT GRAF, 50. Immer wenn er zu arbeiten versuchte, überkam Norbert Graf ein lähmendes Schamgefühl, gegen das er nicht ankommen konnte, so dass er die Arbeit schliesslich niederlegen musste. Er schreibt dies seinen Genen zu: bevor seine Familie im vorletzten Jahrhundert verarmte, gehörte sie zum Landadel von Baden, und das Arbeiten war für seine Vorfahren während Generationen eine arge Schande. Allenfalls werde ihm die Gentechnologie helfen können, sagt Norbert Graf, doch befürchtet er, dass er bis dann schon zu alt ist.
 
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MAJA, 35. Maja musste erfahren, dass das Arbeiten nicht gut für ihr Wohlbefinden ist. "Ich habe ein vitales Bedürfnis nach Ausgeglichenheit und Harmonie. Jeden Tag arbeiten macht mich unruhig und unkonzentriert. Ab und zu drei, vier Stunden Arbeit, wenn die Zeichen günstig stehen, könnte ich innerlich ausbalancieren, aber ständig arbeiten? Das ist mir viel zu extrem! Ich bin gegen jede Form von Extremismus und Fundamentalismus!"
 
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KURT SPÄT, 61, Abteilungsleiter der Laut&Kerner GmbH. Kurt Spät ist seit 1994 formal Abteilungsleiter. Faktisch wurde er 1997 arbeitslos, als die Firma seinem Antrag folgte und für das Abteilungssekretariat 60 neue Stellenprozente bewilligte. Wir trafen ihn auf einer Dienstreise nach Lausanne.
 
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PHILIPP, 27 Jahre. Philipp begann mit 15 Jahren zu denken und der Denkprozess hat sich seither ständig fortgesetzt. Auch während der Arbeit hat er jeweils gedacht, musste aber feststellen, dass der Arbeitsvorgang durch das Denken leider empfindlich gestört wird und letztlich nicht mit ihm in Beziehung gesetzt werden kann. Er denkt seither weiter ohne zu arbeiten.
 
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SUSANNE, 26. Sobald ihr schöner Teint verblasst, bekommt Susanne eine Depression und wird arbeitsunfähig. Darum ist es schon mit verschiedenen Stellen schiefgelaufen. Sie plant aber seit längerem ihren Wiedereinstieg ins Arbeitsleben. Es müsste eine Stelle sein, bei der sie im Sommer draussen am See arbeiten kann (körperlich nicht anstrengend, nur bei schönem Wetter), und im Winter über dem Nebelmeer (nicht im Schnee, kein Skihütten-Tourismus) oder aber im Solarium (nicht im Empfang, keine Reinigung). Wer eine solche Stelle zu besetzen hat, soll sich unbedingt bei Susanne melden!
 
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XANDI, 32. Xandi sucht keinen Job, sondern den Sinn des Lebens.
 
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HERBERT, 43. Herbert war als Investor tätig. Er investierte in seine eigenen Projekte - zuerst eine Presseagentur, dann ein Tennis-Center, dann eine Auto-Vermietung, dann ein Hotel in Kenia, ein Verlag für astrologische Fachbücher, ein Teppichhandel, ein CD-Geschäft. Sämtliche seiner Projekte scheiterten aber an der Unfähigkeit seiner sämtlichen Partner und Mitarbeiter. Nun investiert Herbert nicht mehr, sondern lässt die Dinge auf sich zukommen.
 
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FRANK, 61. Frank hat es mit dem Arbeiten versucht. "Verantwortungsvolle, interessante Position", hat die Ausschreibung zu seiner ersten Stelle gelautet. Es ging dann darum, die Produktion von Plastikbechern mit neuartigen Plastikbecher-Untersätzen zu planen. Nach fünf Wochen wechselte Frank in die Werbung, von dort nach drei Tagen in die Futtermittel-Industrie. Kurz später war er zwei Wochen krank und kam zu folgender Erkenntnis, die sein Leben veränderte: "Die Arbeit bringt einem nichts, und ihr Resultat bringt den andern nichts. Reine Zeitverschwendung." Das war vor Jahren. Längst hat er sich den wesentlichen Dingen des Lebens zugewandt.
 
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OSCAR, 26, Fussball-Star. Hat immer nur Fussball gespielt.
 
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BARO, 5. Frisst täglich sein Töpfchen leer, läuft einmal um den Block, und will ansonsten seine Ruhe haben.
 
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CLAUDIA, 14. Claudia hat noch nie in ihrem Leben an Arbeit gedacht! Die Frage, was sie später einmal arbeiten möchte, macht sie baff. Erst die Frage nach dem Traumberuf versteht sie (Pferdedressur), sie hat diese Vorstellung aber nie mit Arbeit in Verbindung gebracht. Kein Wunder, kann sie sich nichts Konkretes unter Arbeit vorstellen. Nach der Bedeutung des Wortes gefragt, antwortet sie zögerlich und verworren.
 
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FRANZISKA, 42. Franziska fühlt sich ohne Arbeit am wohlsten. Es belastet sie einfach und macht sie schrecklich nervös, wenn sie heute schon weiss, was sie morgen tun wird. Wenn die Leute von ihren zukünftigen Projekten erzählen, beginnt ihr linker Arm zu zucken.
 
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FRANZ, 49. Franz Problem ist es, dass er sich nicht entscheiden kann. Schon früh im Leben wurde er aufgefordert, etwas zu tun, das ihm Freude macht. Aber was? Es machte ihm halt vieles Freude! Seine wichtigsten Beschäftigungen bisher waren: Modellflugzeuge, Wandern, Schwimmen, Museen besuchen, Bahn fahren, Garten, Kochen und Romane lesen. "Gut möglich", meint Franz, "dass ich mich eines Tages auch für eine Arbeitsstelle begeistere." Allerdings kann er sich das nur vorstellen, wenn sie neben seinen Hobbies, die gepflegt sein wollen, Platz findet.
 
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KATRIN, 26. Katrin braucht mehr Schlaf als andere Menschen und muss sich auch während des Tages erholen und ausruhen.
 
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CLAUDIO, 21. Claudio hat während der Lehre realisiert, dass er starke negative Gefühle gegenüber dem Arbeiten hat. Diese haben sich wahrscheinlich schon in seiner Kindheit aufgebaut, da sein Vater immer übermüdet und abgespannt von der Arbeit nach Hause kam und zu nichts mehr zu gebrauchen war. Diese Gefühle versperren ihm nun den Zugang zur Arbeitswelt. Wenn er schon nicht arbeiten kann, widmet er sich doch intensiv sinnvollen Beschäftigungen wie Sport (Frisbee, Snowboard), damit er nicht voll abstürzt.
 
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