| 2003 2002
2001:2 /1 2000 1999 1998 Heim Kurzg. Fotog. |
ZEITRAFFER
2002 die satirische Filmkritik |
| Lord of the Rings; Minority Report; Sexy Beast; The Isle; Spider-Man; Elling; Storytelling; Jin-Roh; Monsters Inc; Mulholland Drive; Ocean's Eleven; The Lord of the Rings; Maelstrom. |
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LORD OF THE RINGS: THE TWO TOWERSFrodo Plimplem kann sich nicht entscheiden: Ist Sam mein bester Freund - oder soll ich ihn doch lieber umbringen? Gollum weiss nicht recht: Ist Frodo die einzige Person, die mich mag, oder die erste Person, die ich erwürgen möchte? Die Bäume sind sich nicht sicher: Haben wir nun feierlich beschlossen, dass uns das alles nichts angeht und wir schliesslich nur Bäume sind, und warum ziehen wir gleich darauf in den Krieg um Mittelerde? Die schwarzen Reiter schwören mit zitternder Stimme: Unser Leben hat nur einen Sinn - den Ring der Macht zu finden! Als aber einer von ihnen, auf seinem Drachen reitend, den Ring endlich findet, geschieht weiter gar nichts, als dass er ihn ein bisschen zu haschen versucht und gleich wieder abschwirrt... Epidemische Schizophrenie! Dieser vorliegende Film ist eine längst überfällige Reaktion auf diese besorgniserregende Erscheinung unserer Gesellschaft. Er zeigt eine ganze Bandbreite von verschiedenen Personen und macht klar: jeder und jede kann als nächster und nächste dran sein! Der Film lehrt uns, die Symptome zu erkennen und richtig zu reagieren: ab nach Helms Deep! Nach Hause, Türen zu, alles verriegeln, und nie mehr raus! |
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MINORITY REPORTMuss uns dieser S. Spielberg eigentlich immer mit seinen pessimistisch-depressiven Filmen quälen, die sowieso nur Intellektuelle verstehen? Diesmal pumpt er uns mit seinem Zukunftsfrust voll: die Zukunftswelt ist so Scheisse wie die heutige, lautet die Message. Die dummen Medien haben so viel Geld gemacht, dass ihre drogensüchtigen Redaktionen sich im Swimming Pool tummeln, wo sie sich ihre Stories ausdenken. Im Unterschied zu heute interessiert die Konsumenten aber nurmehr Crime - Sex ist out. Um die ersten mit einer fetten Schlagzeile zu sein, haben die Medien sogar eine Methode entwickelt, um Verbrechen vorauszusagen und somit immer live vor Ort zu sein, wenn Blut fliesst. Selbstverständlich versagt die Methode, als wirklich die Fetzen fliegen: vom innerstädtischen Crash, der circa sechs Fassadenarbeiter, fünf Polizisten und vier Hausbewohner umbringt, hat die Redaktion keine Ahnung. Die Menschen der Zukunft aber sind kranke Freaks, lässt uns Spielberg wissen. Für einen Original-Record von Ann Lively&the PreCogs etwa, einem Hit des Jahres 2054, sind sie zu allem bereit - Job hinschmeissen, Körperverletzung, Augen auskratzen, Entführung, killen. Wem soll dieser negative Pessimismus eigentlich weiterhelfen? Wir rackern uns doch nicht den ganzen Tag ab, um am Abend im Kino, wofür wir bezahlt haben, selbstquälerische Exposées anschauen zu müssen! Wir wollen schlichte, aufbauende Happy-Ends, Herr Spielberg!. |
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SEXY BEASTBerufsziel, Karriereschritt, Weiterbildung, etc., nun gut. Wie steht es aber wirklich um die Arbeitsmoral der männlichen Masse? Dies wollte die Universität Cambrigde mit einem Versuch herausfinden, dessen Bebilderung hier vorliegt. Einem durchschnittlichen Individuum namens Pudding wurde weisgemacht, es habe den grossen Preis gewonnen: Geld, eine spanische Villa am Meer, einen ehemaligen Pornostar zur Frau. Wie Pudding nun mit Bier und müdem Schwanz zufrieden grunzend am Swimmingpool liegt und sich sein Resthirn wegschwitzt, soll er zu Arbeit und Leistungsbereitschaft motiviert werden. Einer der topsten Motivatoren der topsten Firma der topsten Branche wird zu diesem Behufe auf ihn angesetzt. Der Mann spricht fünf Tage lang auf Pudding ein, verspricht Geld, Ruhm, Kick, appelliert an die Ehre - vergeblich. Er kitzelt das Ego, indem er erklärt, Pudding sei der einzige Spezialist, der in einem schmalen Durchgang unter Wasser mit einem Presslufthammer bohren könne (obwohl P. bereits in seinem Pool fast absäuft) - Pudding bedauert höflich. Erst als der Pornostar energisch eingreift, überlegt sich Pudding die Sache nochmals - und kommt zur Ueberzeugung: ich muss den Job annehmen, für mich und meine liebe Frau! Die Auswertung dieses Versuchs läuft noch, so dass hier keine voreiligen Schlüsse gezogen werden. |
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THE ISLEEine elementar-sphärische Frau fischt in einem trüben Teich nach der schmerzlichsten Liebe ihres Lebens. Geteiltes Leid ist halbes Leid, sagt sie sich (innerlich), und angelt glücklich einen drahtigen Schluckspecht, der sie mit weit aufgerissenen Augen anstarrt. Meine Insel ist auch deine Insel, beteuert er. Sie sagt kein Wort. Fischers Fritz fischt frische Fische, erklärt er. Sie sagt kein Wort. Da beschliesst er, sie zu verlassen. Doch scheiden tut weh! Wie du dir, so ich mir! Ich hab dich so furchtbar gern! schreien die Augen der Frau. Der Schluckspecht wird weich und schaut der Frau zum ersten Mal tief zwischen die Beine. Er findet Motorräder, Uhren und Leichen. Da beschliessen sie, nie mehr auseinander zu gehn, und leben fortan glücklich auf einem gelben Hausboot. |
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SPIDER-MANDie Zukunfts-Welt des Jahres sowieso: die Gesellschaft ist mit der Entwicklung neuer Waffensysteme, der Verbreitung von Schund-Publikationen, und mit Massenansammlungen im Namen des GaGa beschäftigt. Die Skateboarder jener Zeit - interessante, vielschichtige, multiple Persönlichkeiten! Wer hätte diese Evolution der Skateboarder voraussehen können! Ihr Hobby hat sich ebenfalls entwickelt: sie fetzen nicht mehr über den Bürgersteig, sondern donnern durch die Lüfte und machen sich einen Sport daraus, Immobilien abzuräumen. Der letzte überlebende Traditionalist und Wertkonservator ist naturgemäss ein Feind der Boarder. Er wird uns vorgeführt, als er im Begriff ist, sich und die andern zu Tode zu langweilen. Zur selben Zeit aber muss seine Freundin wiederholt von Neubauten gerettet werden, welche durch die Rücksichtslosigkeit der Boarder einstürzen. Der Konservative kocht vor Wut. Als aber diese Freundin auch noch mit dem Sohn des Boarder-Gurus zu flirten beginnt, verliert der Gute die Fassung, näht sich ein Spinnenkostüm, nennt sich fortan Spider-Man und eröffnet einen Privatkrieg gegen die Boarder, der die Stadt zur Erdbeben-Zone macht. Ein interessanter Fall für den Psychiater. |
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ELLINGDass sich gleich zwei aktuelle Filme - Elling und Storytelling - der Kulturförderung oder genauer der Literaturförderung zuwenden, spricht für die Brisanz des Themas. In Norwegen, wo sich im Zentrum von Oslo täglich eine Menschenmenge sammelt und Jetzt der neue Hamsun skandiert, avanciert Elling gar zum erfolgreichsten Film aller Zeiten. Unter dem Druck der Strasse hat sich der norwegische Rat für Kunst und Kultur zur Versprechung hinreissen lassen, dass innerhalb von fünf Jahren ein neuer Nobelpreis-Träger präsentiert wird. Der Film dokumentiert das ehrgeizige Förderungsprogramm, das den Worten folgte: die Autoren, die sich anmeldeten, wurden entmündigt und in Irrenhäuser gesteckt. Alle Proteste waren vergebens: der Rat - unter dem Applaus der Öffentlichkeit - stellte die Aktion unter das Motto Genie und Wahnsinn zusammenführen. Nach einigen Jahren werden die Autoren in eine Wohngemeinschaft entlassen. Als Wohnpartner ausgesucht werden schwachsinnige und animalische Irre, damit einerseits die bildkräftigen niederen Instinkte präsent sind, anderseits ein geistiger Überlebenskampf einsetzen muss. - Norwegen hat sich damit zum Sparta der Kulturförderung aufgeschwungen. Der Film schliesst denn auch hoffnungsfroh mit der Erstveröffentlichung eines neuen norwegischen Lyrikers. |
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STORYTELLINGEin Förderungsprogramm für Autorinnen von Kurzgeschichten in den USA gestaltet sich naturgemäss weit avantgardistischer als Literaturförderung in Norwegen (Elling). Der Film begleitet eine Autorin an den Pflichtkurs, der ihr feministisches Bewusstsein wachrütteln soll. Kursleiter ist ein schwarzer Diktator, der die Autorinnen primitiv herunterkanzelt und bei Gelegenheit hart fickt. Die widersprüchliche Gefühlswelt, die entsteht, und die Erfahrung, als Frau schlecht behandelt zu werden, liefert den Autorinnen Schreibstoff. Die zweite Schiene des gleichen Programms will nicht weniger als beweisen, dass die US-Jugend nicht dumm, verkommen und unnütz ist, wie das uns erscheint, sondern höchst talentiert. X-beliebige, desinteressierte Jugendliche werden ausgewählt und - hier kehrt das Motiv von Genie und Wahnsinn wieder - in Irrenhäuser gesteckt, diesmal in der Form eines Haushalts des amerikanischen Mittelstands. Im Film wird zwar gezeigt, wie sich einer der Jugendlichen, Scooby, in dieser Umgebung bewährt. Den wirklich talentierten Autor der Zukunft aber hat der aufmerksame Zuseher trotzdem in einem andern Irren, dem unauffällig-gerissenen Kind Mikey, entdeckt. |
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JIN-ROH - THE WOLF BRIGADEIm Kanalisationssystem der Welt von irgendwann irgendwo treffen sich zu einem Gedankenaustausch die Doppel-, drei-, vier-, fünf-, sechs- bis 17fach Agenten. Schnell wird klar, dass all diese Multiplen einen Doppel-, drei- bis 41fachen Plan ausgeheckt haben, um die Macht an sich zu reissen. Mehrfach werden den Zusehern diese Pläne erklärt, wobei jene immerhin kapieren: der mehrfachste, komplizierteste Plan muss zur Macht führen. Kurz vor dem Showdown in der Kanalisation wartet der Film mit einer dramaturgischen Meisterleistung auf. Plötzlich versteht das Publikum, dass die Hauptfigur Kazuki Fuse nur ein einfach Agent ist! Während der einfach Agent in seine atomsichere Kampfausrüstung steigt, begreift das Publikum ausserdem: Kazuki ist einfach Noldi Schwarzenegger! In diesem Moment ballert Noldi auch schon millionenfach los, bis kein Zeh mehr auf der Erde steht. Dies ist das Ende aller 87fachen Pläne und jedes vielfachen Gedankenaustauschs, und die Macht bleibt einfach da, wo wir sie schon immer vermutet haben. |
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MONSTERS INC.Der Film gibt Einblick in die Geschichte als auch in die moderne Praxis der Ausbeutung von Kindern. Es wird aufgezeigt, wie früher die Kinder durch Angstmacherei ausgebeutet wurden (zum Beispiel von der Kirche). Sodann werden die ausgeklügelten Ausbeuter-Methoden des modernen Unternehmertums präsentiert: die Kinder haben keine Angst mehr, sondern glauben im Gegenteil, dass sie Spass hätten, während sie ausgebeutet werden. Diese raffinierte Täuschung gelingt den Unternehmern durch das Einführen billiger Unterhaltung mit billigen Witzen in den Kinderalltag (zum Beispiel Film Monsters, Inc.). Die ausbeuterischen Unternehmer - fern davon, die wehrlosen Kinder endlich in Ruhe zu lassen - genieren sich nicht, sich auch noch als Kinderfreunde und Befreier der Kinder feiern zu lassen, welche endlich keine Angst mehr haben müssten. |
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MULHOLLAND DRIVEGenie oder Psychiatrie? Schon vor zwei Jahren wurde über den Geisteszustand von David Lynch gerätselt, als der Star einen zweistündigen Exkurs über moderne Rasenmäher in die Kinos brachte. Nach Mulholland Drive dürfte die Diskussion wieder aufleben. Lynch glaubt offenbar allen Ernstes, dass es das personifizierte Böse gebe - und dass dieses im Hinterhof eines Fast-Food-Restaurants hause. Ausserdem deutet er an, dass das Unglück der Welt von übergeschnappten Teenagern ausgehe, die über Schnellstrassen rasen... Da kann die Entstehungsgeschichte des Drehbuchs nicht weiter verwundern: Lynch verbrachte drei Monate im Tipi, bei den Prärie-Indianern, wie er betont, paffte haufenweise Gras und machte täglich eine Schwitz-Kur. Das Original-Drehbuch durfte die Öffentlichkeit nicht einsehen, doch verlautet aus Insiderkreisen, dass der Star-Regisseur die Personen wiederholt verwechsle, ihre Namen vergesse, und mitten in der Szene den Handlungsfaden verliere. Produzenten und Assistenten bemühten sich nach Kräften, wenigstens ansatzweise eine Ordnung herzustellen - dennoch verlässt der Kinobesucher den Saal ziemlich ratlos. |
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OCEAN'S ELEVENSteven Soderbergh folgt in seiner begrüssenswerten Dokumentation den Spuren eines althergebrachten Brauches: dem Grimassieren oder Grimassen schneiden, im Schweizer Volkstum Chäszänne. Früher wurde dieses betrieben - vor allem von Kindern mit grosser Begeisterung - indem z.B. der Mund in die Länge gezogen, die Zunge herausgestreckt und gleichzeitig die Augen verdreht wurden. Dass Grimassieren immer noch in ist, zeigen Soderberghs Bilder vom internationalen Grimasse-Wettbewerb in Hollywood. Allerdings ist die Vielfalt des Ausdrucks auf eine einzige Grimasse zurückgegangen: die Kids fahren nur noch auf das superschlau Grinsen ab. Soderbergh portraitiert die jungen Kategoriensieger mit Namen Brad, George und Penelope, die natürlich auch ihr Können vorführen dürfen (letztere übrigens eine umstrittene Wahl - ein Teil des Publikums gab seiner Meinung lautstark Ausdruck, dass Penelopes superschlau Grinsen zu sehr an ein süsses Lächeln erinnere). Ebenfalls lernt man, dass der Professionalismus - wie könnte es in den USA anders sein - auch diese Bastion des Brauchtums gestürmt hat: die ersten Kids können bereits vom superschlau Grinsen leben und tun nichts anderes mehr. |
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THE LORD OF THE RINGSFür wie dumm wird der moderne Kunst- und Kulturinteressierte mittlerweile eigentlich gehalten? Da wird ebendiesem doch jener Film als Fantasy-Abenteuer verkauft, das aus der Feder eines historischen englischen Professors stamme. Glaubt wirklich irgendwer, dass nicht jedes Kind innert Kürze merkt, woher der Wind weht? Sofort fällt ja die Parole, dass hier das Gute gegen das Böse kämpfe. Hat man dieselben Worte nicht vor kurzem fettgedruckt im Auslandteil aller Zeitungen lesen können? Alsdann werden die Bösen vorgeführt: dunkelhäutige Horden von Dritt-Welt-Gestalten, die in Höhlen hausen und blind ihren Anführern mit den langen Bärten gehorchen! Die Gottes-Terroristen lassen grüssen. Spätestens an dieser Stelle wird dem dümmsten Kinobesucher klar, dass die angebliche Abenteuer-Geschichte ein dilettantischer Propaganda-Versuch aus dem Hause Pentagon ist. Dieses entblödet sich nicht, sogleich das Land der Guten und Reinen ins Bild zu rücken, eine sorgenlose Spassgesellschaft, über deren Häusern friedlich der Kaminrauch aufsteigt (noch)! Ist es notwendig zu sagen, dass diese Gesellschaft den Helden gebärt, einen jungen Mann mit Eigenschaften wie Pioniergeist, Aufrichtigkeit, Unbestechlichkeit. Versteht sich von selbst, dass die Macht nur in den Händen dieses typisch amerikanischen Stars ruhen darf - sonst tritt unweigerlich das Weltenende ein! Der Gipfel der unverschämten Gehirnwäsche, für die man auch noch Eintritt bezahlen soll: der treue Begleiter und verlässlichste Partner des Helden heisst doch tatsächlich Uncle Sam! Während diese beiden siegreich aus jeder noch so hoffnungslosen Schlacht hervorgehen, müssen die übrigen Bündnispartner lernen (erneut eine stümperhafte Anspielung, diesmal auf die NATO), dass leichte Verluste dazugehören. Abstossend! |
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MAELSTROMMan hat abendfüllende Filme über Frauen gesehen, die durch eine Abtreibung aus der Bahn geworfen werden, Filme über Arbeitslose, die in ein existentielles Loch fallen, bedrückende Filme über Selbstmörderinnen, Filme über Täterinnen (z.B. Autounfall), die von Schuldgefühlen aufgefressen werden. Und über Komplex-geplagte Kinder, die es nicht schaffen, aus dem Schatten berühmter Eltern zu treten. Emotiönchen!, lacht Regisseur Denis Villeneuve aus voller männlicher Brust. Im Leben seiner Hauptdarstellerin vergeht gerade mal ein Tag, da hat sie schon abgetrieben, einen Mann überfahren, an ihrer erfolgreichen Mutter gelitten, ihren Selbstmord geplant, und ist auch noch in demütigender Weise entlassen worden: vom eigenen Bruder. Der Film ist also die frohe Botschaft für vollkommen abgestumpfte, empfindungstote Filmfreunde und Innen: ihnen ist ein veritabler emotionaler Rülpser versprochen. Wer dennoch zweifelt, ob er (sie) auf seine (ihre) Kosten (Kosten) kommt, dem sei verraten, dass obendrein ordentlich gemetzelt wird und insgesamt zehn Minuten lang in Grossaufnahme gekotzt. |