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Da Zürich nicht so protzig auftritt wie etwa die italienischen Städte, die jeden ihrer Steinhaufen als Altertum anpreisen, ist es nur wenig bekannt, dass die Stadt auch ein eigenes Kolosseum besitzt. Es wurde im Jahr 1997 im Erdgeschoss der neuen Börse erbaut und bietet regelmässig Schaukämpfe. Jene Börsenmakler, die falsch spekuliert haben und dafür verantwortlich sind, dass Kapital aus der Stadt abfliesst, müssen in den Steinring steigen und werden vom Steuerzahler und von den geprellten Investoren bestraft. Die Bestrafung besteht in stundenlanger Beschimpfung (am nächsten Tag erscheinen die Namen der Händler zudem in der Lokalzeitung) und im Bewerfen mit verdorbenen Nahrungsmitteln. Erst wenn der Zorn der Geprellen verraucht ist, zumeist spät nachts, dürfen die Fehlbaren nach Hause schleichen. |