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Das bizarre Brauchtum der Stadt Zürich ist international bekannt -
hier ein Eindruck vom "Tag der Schilfmücke". Im Mai schlüpfen jedes Jahr Hunderte
Millionen Mücken in den Sümpfen der Zürichsee-Ufer, und die Stadt erlebt eine
apokalyptische Mücken-Invasion. Einen Monat lang verkriecht sich die Einwohnerschaft tief in den
Häusern, kratzt sich und versprüht Tonnen von Mückengift, und das Leben in
der Stadt kommt fast zum Erliegen. Der Tag der Schilfmücke ist ein Zeremonial zur Abwehr der Plage. Hundertausend Personen hüpfen
dabei in furchterregenden Kostümen auf und nieder, fuchteln mit den Armen, und am
Zürichberg wird ein monumentaler Schalltrichter in Betrieb genommen, der so
unerträglichen Lärm über die Stadt wuchtet, dass man die donnernde Stimme eines zürnenden Gottes zu hören glaubt. Die Züricher behaupten,
dass die Wirkung dieser Methode auf die Mückenlarven wissenschaftlich bewiesen sei –
was allerdings sehr zweifelhaft bleibt. Der Brauch ist irgendwann in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts entstanden; genau weiss das niemand mehr, auf jeden Fall vor langer Zeit. |